Eine Rundreise durch Island ist die wohl beliebteste Reiseform für alle die mehr als einen Stopover auf der Insel haben. Machbar in einer Woche, aber auch dehnbar auf mehrere Monate ist diese Form die Insel kennen immer nur so komplex wie man sie sich selbst gestaltet. Gestaltungsfreiraum gibt es derweil massig und so kann die Planung einer Islandrundreise einen auch schnell mal überfordern. Im folgenden Artikel möchte ich dir einen roten Faden für deine Reiseplanung an die Hand geben, an dem du die wichtigsten Eckdaten deines Trips vorbereiten und durchplanen kannst. Auf geht’s…

Rundreisen in Island

Unter einer Rundreise verstehe ich die ganze oder zumindest teilweise (>50%) Umrundung der Insel, das lege ich für diesen Artikel zu Grunde. Über Begrifflichkeiten kann man sich sicher streiten, aber damit du weißt wovon ich spreche lege ich das einfach einmal so fest. Dabei gibt es viel zu planen: Womit reise ich? Wie lange brauche ich? Was will ich unbedingt sehen oder erleben? In meinen Augen sehr wichtig: Worauf kann ich verzichten?

Versuchen wir also mal, diese Fragen zu beantworten.

Rundreise in Island mit dem Bus oder mit dem Auto?

Es gibt im Grunde zwei Fortbewegungsmittel für eine Rundreise: Du kannst entweder ein eigenes Auto anmieten oder mit dem Bus um die Insel fahren.

Ich habe bisher immer ein eigenes Auto angemietet und so kann ich dazu wohl am meisten sagen. Auto fahren in Island ist ein komplexes Thema, aber in der Praxis natürlich alles andere als unlösbar. Es gibt im Grunde nur zwei wichtige Faktoren: Fährst du in den Highlands, also auf den F-Straßen und planst du eine Tour im Winter? Für beides empfiehlt sich grundsätzlich die Anmietung eines Allradfahrzeugs und dies auch nur in Verbindung mit Erfahrung und Selbstsicherheit beim Fahren. Wer sich auf Schnee schon in Deutschland unsicher fühlt, sollte die Hände von dieser Option lassen. Wer im Sommer und ausschließlich auf nicht-F-Straßen unterwegs ist muss sich diese Gedanken nicht machen: Jedes Auto, vom Micra bis zum Passat reichen hier genauso aus wie ganz durchschnittliches Talent am Lenkrad.

Rundreise in Island: Unterwegs auf Islands Ringstraße

Rundreise in Island: Unterwegs auf Islands Ringstraße

Mit Hinblick auf die Kosten für einen Mietwagen kann man vor allem sagen: Ab einer Reisegruppengröße von zwei aufwärts wird sich ein Mietwagen oft lohnen bzw. günstiger sein als eine (geführte) Bustour. Fährst du also nicht allein nach Island, sollte der Mietwagen deine präferierte Option sein. Hier nur mal eine kleine Milchmädchenrechnung: Ein Chevrolet Spark kostet für 6 Tage zwischen 200 und 400€ (je nach Versicherung) und man muss ca. 300€ für Benzin rechnen: 500-700€ also in Summe. Ein Bus-Pass für eine komplette Umrundung kostet derzeit etwa 280€. Alleine zahlst du also solide drauf, wenn du die Kosten durch zwei oder mehr Personen teilen kannst ist das Auto (aus meiner Sicht) die bessere Wahl.

Es gibt verschiedene Busunternehmen die Touren anbieten. Die meisten bieten Tagestouren und Buspässe für Umrundungen an. Die Kosten belaufen sich wie gesagt auf ca. 250-300€ pro Ticket und man darf damit die Insel einmal komplett in eine Richtung umrunden. Da ich es selbst noch nie getestet habe und einfach, vor allem wegen der fehlenden Flexibilität, absolut kein Fan von Busreisen bin möchte ich hier gar nicht weiter auf das Thema eingehen da ich wohl nicht neutral schreiben würde. Ich freue mich aber sehr, wenn du dazu etwas sagen kannst / möchtest: Melde dich bitte bei mir und wir können die Informationen vielleicht zusammen in einem Artikel aufarbeiten!

Oh ja, es gibt natürlich auch noch die Option mit dem eigenen Auto anzureisen. Dazu im nächsten Abschnitt mehr, denn wenn du einmal auf der Insel bist gibt es mit deinem eigenen Auto / Wohnmobil nicht viel zu beachten: Auch hier herrscht Linksverkehr und bis auf gute Winterreifen brauchst du auch kein besonderes Equipment oder so.

Wie komme ich für meine Rundreise nach Island?

Kurz und bündig: Mit dem Flugzeug oder mit dem Schiff.

99% von euch werden mit dem Flugzeug nach Island anreisen und das ist auch die angenehmste und günstigste Variante. Flüge nach Island gibt es schon für unter 100€ pro Strecke, hier profitiert ihr von dem Trendziel Island: Flüge werden von der Tourismusindustrie subventioniert. Die Airlines müssen an den Flügen gar nicht unbedingt Geld verdienen, sie bekommen es aus ihren Hotelketten oder Deals mit solchen. Das ist wie bei Tankstellen: Am Benzinverkauf verdienen sie im Vergleich zu den angeschlossenen Shops fast gar nichts.

Rundreise in Island: Mit dem Flugzeug schnell & günstig starten

Rundreise in Island: Mit dem Flugzeug schnell & günstig starten

Eine weitere Option ist das Schiff. Fähren nach Island fahren u.a. von Dänemark aus und bringen einen wahlweise direkt nach Island oder auch mit Zwischenstopp auf den Faröe Inseln. Man ist 2-3 Tage auf hoher See unterwegs und die Kosten belaufen sich auf ca. 650€ inklusive dem PKW und einem Schlafplatz im Mehrbettzimmer für die erste und weitere 350€ für eine zweite Person (Es mag da günstigere Anbieter geben, ich freue mich immer über Hinweise). Wenn man die Fahrt nach Dänemark und die zwei verlorenen Reisetage einrechnet, finde ich persönlich diese Option wenig attraktiv. Wer allerdings längere Zeit vor Ort ist, evtl. ein eigenes Wohnmobil hat oder einfach Flugangst hat findet hier eine wirklich gute Alternative zu Flug & Mietwagen. Vor allem die gesparten Kosten für Hotels können in dem Fall die Mehrausgaben schnell wieder rein holen!

Was ist die beste Route für eine Rundreise in Island?

Rechts herum, links herum, mitten durch. Es gibt nicht unendliche viele, aber schon ein paar verschiedene Richtungen in die man eine Rundreise in Island angehen kann.

Aber die eigentlichen Fragen sind aus meiner Sicht:

  • Was will ich in Island unbedingt sehen / erleben?
    (Was hat also hohe Priorität)
  • Wie will ich meine Reise beginnen?
    (Ruhig oder spannend?)
  • Wie will ich meine Reise beenden?
    (Entspannt oder mit Risiko?)

Anekdote: Meine Lieblings-Radstrecke fängt mit zwei strammen Bergen an und endet mit einer langen, langen Bergab-Passage. Genau richtig für mich: Anstrengung am Anfang und entspannt aber mit Action ankommen.

Bei einer Rundreise würde ich persönlich es genauso haben wollen, heißt ich würde anstrengende Touren an den Anfang legen: Eine Gletscherbesteigung, eine lange Wanderung, Rad- oder Reittouren. Die letzten Tage dann vielleicht entspannt in einem luxuriösen Hotel in Reykjavik mit einer heißen Quelle direkt am Haus.

Außerdem mag ich es, wenn die Dinge die mir wichtig sind früh „abgehakt“ werden können, denn man weiß nie was passiert: Wenn du unbedingt in Island tauchen gehen willst, solltest du vielleicht direkt am Anfang der Tour einen Stop in Silfra machen. Wenn du unbedingt Wale sehen willst, dann ist ein Stop in Husavik besser früher als später, denn dort gibt es tolle Vorraussetzungen für’s Whale Watching in Island.

Rundreise in Island: Tauchen geht auch im Winter

Rundreise in Island: Tauchen geht auch im Winter

Denn was ist, wenn das Highlight deiner Rundreise ausfallen muss weil ein Schneesturm aufzieht, du einen Platten hast oder ein Vulkan ausbricht (Hey! Island… 😉 )

Ich bin die Ringstraße in beide Richtungen gefahren und würde sagen, wer gegen den Uhrzeigersinn fährt hat einen spannenden Start mit vielen Sehenswürdigkeiten, dann eher ruhigere Abschnitte und nach einigen Highlights im Norden auch einen ruhiges Ende (Unter der Annahme, nicht über die Westfjorde oder Snæfellsnes zu fahren). Im Süden reihen sich viele tolle Sehenswürdigkeiten aneinander, der Osten glänzt eher durch Landschaften und Ruhe und im Norden ist es eine Mischung aus beidem.

Wer zum Beispiel mit dem Bus oder Auto bis Akureyri fährt und dann einen Inlandsflug nach Reykjavik nimmt, kann sich eine lange Heimfahrt durch die Berge sparen und sich das Land von oben anschauen. Oder andersrum fliegen und den Rest der Rundreise bequem mit dem Auto machen, inklusive der Abgabe Selbiges direkt am Flughafen.

In welche Richtung du fährst, ist für die Strecke unbedeutend, für die Kosten unbedeutend, für die Dauer unbedeutend. Aber die Priorität deiner Bucket list ist etwas, worauf du bei der Planung Rücksicht nehmen kannst.

Wann ist die beste Jahreszeit für eine Rundreise in Island?

Ich habe in diesem Artikel alles wissenswerte über die beste Jahrezeit für Island Reisen zusammengeschrieben, das möchte ich hier also nur nochmal kurz zusammenfassen.

Mein Lieblingsmonat für Rundreisen in Island ist der Juni. Die größten Chancen auf gutes Wetter, noch keine Schulferien in Europa, lange Tage, viel Sonne und wenig Regen. Es kommt aber natürlich auf deine Präferenzen an und auf das was du vor hast. Für Nordlichter sind die Wintermonate besser geeignet, zum Whale Watching der Hochsommer. Für Reittouren der Frühling und wer es gerne rau mag fühlt sich im regnerischen Herbst pudelwohl.

Im oben genannten Artikel findest du viel mehr und detailiertere Infos.

Welche Sehenswürdigkeiten sollte ich bei meiner Island Rundreise anschauen

Welche Sehenswürdigkeiten in Island auf deiner Liste stehen sollten, will ich dir natürlich nicht vorschreiben und ich kenne ja nichtmal alle. Aber die meisten Leute, die diesen Artikel lesen werden keine Islandprofis sein und erstmal mit den Klassikern anfangen.

Ich möchte die Sehenswürdigkeiten mal ein bisschen Kategorisieren:

  1. Landschaft
  2. Meer
  3. Berge & Gletscher
  4. Kultur

Wer die Landschaften Islands auf sich wirken lassen möchte, kommt nicht um eine Reise nach Landmannalaugar herum. Östlich der Hauptstadt liegen diese Hochweiden deren Namen sich von den Quellen ableiten, welche die Bauern dort für sich nutz(t)en. Der Süden, bietet entlang der Ringstraße tolle Aussichten, ebenso die Fjorde im Osten und Westen.

Rundreise in Island: Der Skógafoss im Süden der Insel

Rundreise in Island: Der Skógafoss im Süden der Insel

Am meisten vom Meer hat man wohl in den Fjorden im Norden, vor allem in Husavik und Akureyri, aber auch hier sollte man die Fjorde zu beiden Seiten der Insel nicht vernachlässigen.

Wer sich in’s Hochland begeben möchte, wird wohl am besten Tagestouren von Reykjavik aus unternehmen oder im Skaftafell Nationalpark im Süden (bei Hof). Hier gibt es verschiedenste sehenswerte Berge und Gletscher, welche man aber nur mit viel Erfahrung und guter Vorbereitung alleine besteigen sollte.

Für die kulturelle Exploration Islands bietet sich natürlich Reykjavik an, aber auch Akureyri und die kleinen Orte entlang der Ringstraße haben ein bisschen was zu bieten.

Was solltest du nun also bei einer Rundreise tun? Ich finde: Alles kombinieren und je nach Geschmack mehr vom Einen oder Anderen in die Tour einbauen. Für mich ist eine Rundreise dazu da, einen Gesamteindruck zu bekommen. Sei es nun ein erster kurzer Eindruck, den man innerhalb einer Woche bekommen kann oder ein tiefes einsteigen in die hiesige Natur, Kultur und Lebensweise, was mehrere Monate oder Jahre dauern kann. Wer sich nur mit den Wasserfällen beschäftigt, verpasst vielleicht die tollen Flußläufe in den Hochebenen aus denen sie entstehen und wer sich ausschließlich mit den Bergen beschäftigt wird vermutlich keine Wale sehen. Und wer sich überhaupt und sowieso nur mit dem Reisen beschäftigt, vergisst mit der schönen Isländerin / dem schönen Vikinger einen netten Abend zu verbringen und etwas über die Leute zu lernen 😉

Welches Auto ist am besten geeignet für eine Rundreise durch Island?

 

Ah, der Klassiker und die mit weitem, weitem Abstand am meisten gestellte Frage: Welches Auto? 🙂

Über den passenden Mietwagen zur jeweiligen Jahreszeit habe ich hier schon geschrieben und daher möchte ich auch hier auf diesen Artikel verweisen, während ich hier nur schnell zusammenfasse:

Im Sommer ist es total egal welchen Wagen du nimmst, nur der eigene Anspruch an Komfort und die Restriktion der F-Straßen würden dich hier zwingen einen Allradwagen zu mieten. Für die Befahrung der Ringstraße bei gutem Wetter reicht jedes Auto, was du in Island mieten kannst.

Im Winter, also bei Schnee und Eis, bekommst du auch auf der Ringstraße mit einem Kleinwagen natürlich schneller Probleme als mit einem SUV. Hier sind deine Fahrkünste zwar immer noch ein entscheidender Faktor, aber mit einem Allradfahrzeug bist du immer komfortabler und sicherer unterwegs.

Sei ehrlich zu dir selbst: Wenn du schon in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ungern bei Schnee unterwegs bist und nicht in Höhenlagen aufgewachsen bist, wirst du in Island schnell an deine Grenzen geraten. Dann ist ein Mietwagen vielleicht nicht die beste Option.

Fazit

Ich finde, ein Mietwagen ist die beste Option für eine Rundreise in Island. Alternativ kannst du mit dem Bus oder mit dem eigenen PKW / Wohnmobil fahren. Die Anreise kann per Flugzeug oder Fähre erfolgen, wobei das Flugzeug hier günstiger und schneller ist. Die beste Route hängt von deinen Prioritäten ab und du solltest sie danach planen, was du unbedingt sehen / erleben willst statt pauschal zu wählen. Eine Rundreise muss auch nicht zwangsläufig komplett mit demselben Fortbewegungsmittel absolviert werden, Inlandsflüge sind eine Option. Das beste Auto für eine Umrundung der Insel hängt von den Destinationen der Reise und der Jahreszeit ab. Stelle dir deine Sehenswürdigkeiten so zusammen, dass du wirklich einen Gesamteindruck bekommst und nicht nur einen Aspekt des Landes betrachtest.

Ich hoffe sehr, der Artikel hilft dir ein wenig bei der Planung deiner Reise. Vielleicht möchtest du noch einen Blick in mein Island E-Book werfen um noch mehr Details zu erfahen, kompakt und auf einen Blick zum Download oder auf deinem E-Book Reader.

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