Ein Kurztrip nach Island: Warum eigentlich nicht? Ich muss zugeben, für mich viel diese Reiseform immer ein wenig flach weil ich einfach nie darüber nachgedacht habe. Als mich dann im Chat der Island App bzw. unserer Islandliebe Facebook-Gruppe immer mehr Fragen zu dem Thema erreichten dachte ich mir: Dazu kann man ja mal einen zusammenfassenden Artikel schreiben.

Gesagt, getan: Los geht’s…

 

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Nordlichter & Polarlichter beim Island Kurztrip

Thema Nummer eins war in diesem Fall: Nordlichter

Und weil ich das Thema so spannend bzw. die Antwort darauf wirklich wichtig finde möchte ich hier damit beginnen. Immer wieder kam die Frage, wann man am besten nach Island fliegen sollte um die Nordlichter zu sehen. Die Frage zielte aber nicht auf einen Zeitraum ab, sondern konkret auf Tage und Uhrzeiten. Einmal wurde ich sogar gefragt, zu welcher Zeit die Nordlichter Abends “gestartet” werden. Lieber Leser: So funktioniert die Aurora leider nicht 😉

Wer für einen Kurztrip nach Island kommt, mit dem Ziel die Nordlichter zu sehen, ist ein großer Optimist und hoffentlich sehr risikobereit denn die Wahrscheinlichkeit liegt selbst in der Hochsaison für Nordlichter nicht besonders hoch. Das liegt vor allem am Wetter und im Besonderen an der Wolkendecke über der Insel. Selbst wenn die Nordlichter z.B. im Norden des Landes gerade hochaktiv sind, kann es sein dass im Süden eine dicke Wolkendecke die Sicht verhindert. Ein paar Kilometer kann man immer fahren und den Wolken ausweichen, aber auch diese Möglichkeit ist eher begrenzt.

Nordlichter über Borgarfjörður Eystri

Nordlichter über Borgarfjörður Eystri

Ich kenne mittlerweile einige die bei einem 1–2 Tages Stopover Nordlichter sahen aber ich kenne mindestens genau so viele die bei einem 2 wöchigen Round-Trip nicht in den Genuss der Aurora kamen.

Kurzum: Ein Kurztrip wegen der Nordlichter ist nicht zu empfehlen. Sieh diese lieber als Bonus wenn du sowieso für kurze Zeit nach Island reisen möchtest.

 

Island Kurztrip im Winter

Zum Thema Island im Winter haben wir hier bereits ein paar Zeilen geschrieben, aber in diesem Abschnitt soll es besonders um das Thema Kurzzeitreise gehen. Was gibt es also zu beachten?

Vor allem das Wetter im Bezug auf Planung und Timing: Immer wieder erreichen mich Reisepläne bei denen der letzte Tag aus der Fahrt von Akureyri im Norden Islands zum Flughafen Keflavik im Südwesten erreichen. Laut Google Maps ist das entspannt innerhalb eines Tages machbar, sogar mit 1–2 längeren Pausen. Im Winter kann die Realität um Welten von dieser Theorie abweichen: Schnee und Wind können aus dem Trip nicht nur eine Höllenqual machen, je nach Wetterlage kann die Reise sogar gefährlich werden oder muss wegen Sperrungen komplett abgebrochen werden.

Im Frühjahr 2015 saß ich einmal mehrere Stunden auf Snæfellsnes fest, weil an der Westküste ein Sturm tobte. Auf dem Weg zurück nach Reykjavík kam ich an mehreren umgestürzten Autos und LKWs vorbei: Zum Glück hatte eine Tankstellenbetreiberin mir empfohlen zu warten bis das Gröbste vorbei ist!

Wer also einen Winter-Kurztrip nach Island plant sollte unbedingt den Wetterbericht im Auge behalten und seine Ausflüge so planen, dass kein Zeitdruck entsteht: Wenn du potentiell deinen Rückflug verpasst wirst du vielleicht ein höheres Risiko eingehen und statt einen Sturm auszusitzen doch losfahren. Das kann dann im Graben oder schlimmer enden.

 

3 Tage Kurztrip in Island

Ein typischer Kurztrip ist für die meisten wohl eine Reise von 2–3 Tagen und dafür möchte ich an dieser Stelle ein paar Tipps geben. Ich gehe dabei von 3 relativ vollen Tagen aus, also Ankunft am Morgen des ersten und Abreise am Abend des letzten Tages aus.

Bei diesem Zeitraum würde ich empfehlen im Bereich Reykjavík zu bleiben und keine größeren Touren zu unternehmen. Das Maximum an Entfernung würde ich bei der Gletscherlagune Jökulsarlon sehen bzw. bei der Halbinsel Snæfellsnes im Westen. Alles was darüber hinaus geht würde mir persönlich einfach zu viel Zeit im Auto bedeuten und zu wenig zum Erkunden.

Zuerst stellt sich die Frage nach dem Auto: Wer alleine reist ist in dem Fall gut beraten Bustouren zu unternehmen. Diese werden haufenweise ab Reykjavík angeboten und steuern alle Ziele an die wir im Laufe des Artikels noch empfehlen.

Wer lieber auf eigene Faust erkundet oder mit Partner, Familie oder Freunden reist kann durchaus auf einen Mietwagen in Island zurückgreifen. Ab zwei Personen ist es meist günstiger im Vergleich zu Bustouren. Angenehmer und individueller ist es auf jeden Fall. Im Winter unbedingt ein Allradfahrzeug in Betracht ziehen.

 

Sehenswürdigkeiten beim Kurztrip in Island

Innerhalb von drei Tagen empfehlen wir eine Mischung aus dem Reykjavíker Umland und einer anderen Region, also zum Beispiel der Südküste Islands oder der Halbinsel Snæfellsnes.

Am ersten Tag bietet sich der Golden Circle an. Dieser wird von Reykjavík aus von verschiedenen Anbietern per Bustour angeboten und ist auch mit dem Auto gut zu erreichen. Je nach Jahreszeit bzw. Tageslänge kann man diesen z.B. auch gut am Nachmittag erkunden. Im Winter hast du nur ein kleines Zeitfenster und solltest entsprechend gut planen.

Der Golden Circle ist, je nach Auslegung, ein Halbtages bis Ganztagestrip. Wer es gerne schnell mag kann die Erkundung in 4–5 Stunden stressfrei erledigen. Wer sich 6–8 Stunden Zeit nimmt kann noch ein paar Extra-Stopps einlegen und wer z.B. die langen Sommertage ausnutzen will kann auch gut und gerne 9–12 Stunden in der Region verbringen.

Am zweiten Tag würden wir einen Ganztagestripp entlang der Südküste oder nach Snæfellsnes empfehlen. Beide benötigen etwas mehr Zeit als der Golden Circle. Diesen Ausflug auf den zweiten Tag zu legen macht deshalb Sinn, weil bei Problemen mehr Puffer vorhanden ist: Wenn das Wetter umschlägt während du an der Gletscherlagune Jökulsarlon stehst, kannst du durchaus entscheiden die Nacht in einem Hotel in der Nähe zu verbringen statt bei einem Sturm fahren zu müssen, weil du z.B. deinen Flug erreichen musst.

Am Dritten Tag kannst du dir in aller Ruhe die Stadt anschauen und am Abend mit dem Bus oder deinem Mietwagen zurück zum Flughafen aufbrechen. Egal wie das Wetter ist, von Reykjavík aus kommst du fast immer zum Flughafen. In der Stadt gibt es viele kleine Sehenswürdigkeiten wie den Sun Voyager, die Harpa, die Hallgrimskirche, Perlan, Whales of Iceland und vieles mehr. Es gibt dutzende kleine Cafés, Restaurants und Bars. Straßenkunst und sogar Whale Watching Touren. Der Alte Hafen von Reykjavík ist eine Fundgrube für Touristen!

 

5 Tage Kurztrip in Island

Bei einem 5-Tages Trip nach Island hast du wesentlich mehr Puffer und in diesem Fall empfehlen wir entweder einen kleinen Ausflug in’s Hochland oder eine Übernachtung im Nord-Westen. Im Grunde ist die Reiseplanung wie beim 3-Tagestrip doch den Besuch von Snæfellsnes kannst du nun zum Beispiel durchaus auf zwei Tage ausdehnen, genauso wie die Reise entlang der Südküste.

Eine andere Option ist von Snæfellsnes aus einen Abstecher in die Region rund um Reykholt zu machen. Dort finden sich neben der Eishöhle vom Into the Glacier auch die größte Lavahöhle Islands und verschiedene wunderschöne Wasserfälle. Hier kann man also gut und gerne einen ganzen Tag verbringen bzw. benötigt sogar eher zwei um die Aktivitäten sinnvoll aufteilen zu können.

Für risikofreudige kann man bei einem Aufenthalt von 5 Tagen auch einen Besuch der Vestmannaeyjar einplanen. Diesen kannst du zum Beispiel mit der Reise entlang der Südküste kombinieren. Dabei solltest du aber unbedingt daran denken, dass es sich nunmal um eine Inselgruppe handelt und deine Rückreise komplett vom Wetter abhängt: Weder die Fähre noch Flugzeuge bringen dich ans Festland wenn es stürmt. Diesen Ausflug also unbedingt eher am Anfang einplanen.

Was du bei einer 5-Tage Reise nach Island nicht tun solltest: Eine Rundreise in Island. Auch wenn es theoretisch machbar ist und du vmtl. einige Reiseberichte im Internet dazu findest, werde ich sowas an dieser Stelle ausdrücklich nicht empfehlen. Nicht nur verbringst du mehr Zeit im Auto als in der Natur, du setzt dich auch unbewusst unter Zeitdruck. Das kann vor allem im Winter richtig gefährlich werden und daher rate ich dringend davon ab. Für eine Rundreise sollte man sich im Idealfall 10 Tage oder mehr nehmen. Ich habe meine erste Islandrundreise in 7 Tagen absolviert und für mich war das OK, aber das ist sicherlich Geschmackssache. 5 Tage sind meiner Meinung nach zu kurz.

 

Wochenendtrip nach Island

Ein Wochenendtrip ist aus meiner Sicht wirklich schwierig, wenn man von einem Freitag Abend bis Sonntag Abend ausgeht: 4 Stunden Flug, eine Stunde bis in die Stadt, da sind also allein für An- und Abreise schon 10 Stunden weg (In Island wohlgemerkt). Du hast also im Grunde nur eineinhalb Tage: Den kompletten Samstag und den halben Sonntag. Das reicht um sich Reykjavík kurz anzuschauen, lecker zu essen und auf dem Rückweg die Blaue Lagune zu besuchen.

Es gibt sicher Menschen, die so etwas machen aber empfehlen werde ich es hier sicher nicht und das hat viele Gründe: Zum einen sind das knapp Zehn Flugstunden für nichtmal 72 Stunden Aufenthalt und die Belastung für die Umwelt steht dabei meiner Meinung nach in keinem Verhältnis zur Reise. Wer sich dazu etwas schlau lesen möchte kann bei Ute von Bravebird ein paar Zeilen zum Thema Flüge kompensieren anschauen. Außerdem hat dad für mich nichts mit einem Islandurlaub zu tun: Man sieht gar nichts vom Land, man lernt niemanden außer den Flugbegleitern und Hotelmitarbeitern kennen und… Naja.

Wie gesagt: Halte ich für nicht empfehlenswert. Selbst einen Stopover sollte man auf 2–3 Tage anlegen meiner Meinung nach.

 

Island Kurztrip Pauschal buchen

Kurzreisen nach Island kannst du bei verschiedenen Anbietern pauschal buchen, die üblichen Verdächtigen findest du überall im Internet. Ich kann zu diesen Reisen bisher nichts sagen, hoffe aber dies in Zukunft ändern zu können und werde meine Erfahrungen dann natürlich gerne mit euch teilen.

Bis dahin eine rein theoretische Sicht: Ich denke Pauschalreisen haben mittlerweile einen schlechteren Ruf als sie es verdienen. Meine Eltern wuchsen mit dieser Reiseform auf und das Buchen eines Mietwagen auf eigene Faust war schon etwas, dass für sie nur Geschäftsreisende oder reiche Leute tun. Ich hingegen habe bisher noch keine einzige Pauschalreise in meinem Leben selbst gebucht und stelle mir meine Reisen schon immer komplett selbst zusammen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich mit dem Internet aufwuchs, welches die Recherche extrem einfach macht.

Vor einiger Zeit habe ich mir mal Pauschalreisen angeschaut und gemerkt, dass diese oft nicht nur sehr günstig sind sondern vor allem auch alles andere als langweilig oder streng geregelt: Bei den Islandreisen die ich gefunden habe wird einem oft nur der Flug, ein Mietwagen und Unterkünfte vorgeschlagen. Nicht nur kann man die Bausteine oft selbst wählen sondern auch recht individuell umgestalten.

Aber wie gesagt: Dazu hoffentlich bald mehr in einem ganze eigenen Artikel!

 

Fazit: Island Kurztrip

Nochmal kurz und kompakt: Bei einer Reisezeit von 2–5 Tagen würde ich empfehlen sich auf die Hauptstadtregion zu konzentrieren, Tagestrips nach Snæfellsnes, entlang der Südküste, nach Reykholt oder Vestmannaeyjar zu unternehmen.

Von einer Rundreise entlang der gesamten Ringstraße rate ich ab, da man hierzu eher 7 oder besser noch 10+ Tage ansetzen sollte.

Im Winter solltest du unbedingt vorsichtig sein mit dem Wetter und ggf. gute Pufferzonen in deine Planung einbauen. Außerdem ist, wie immer in Island, ein passender Mietwagen enorm wichtig!

Wenn du noch Fragen hast, schreib uns gerne einen Kommentar und wir versuchen zu helfen!

 

Island Kurztrip: Tipps für Kurzreisen und Kurzurlaub

 

Viel Spaß in Island!