Liebes DiveIS Team,

ich schreibe diesen Artikel, weil ich im Dezember 2016 wieder bei euch zu Besuch war um mit euch in Silfra zu tauchen und tief / nachhaltig beeindruckt war.

DiveIS und ich…

Für alle anderen Leser ein paar Zeilen der Aufklärung: Ich habe im September 2014 eine geführte Tour mit DiveIS gemacht, dabei habe ich meine Drysuit-diver Zertifizierung abgeschlossen sowie eine 3-tägige Tauchtour durch Island gemacht. Getaucht wurde in Silfra, Kleifarvatn und Gardur. Schon damals war ich sehr angetan von der Herzlichkeit und Professionalität, sodass ich mich dazu entschloss im Frühjahr 2015 meine Divemaster Ausbildung dort zu machen: 3 Monate harte, harte Arbeit bei tiefen Temperaturen. Das war hart und nicht ohne Kritik und herumgeheule meinerseits 😉 Im Dezember 2016 war ich nun endlich mal wieder in Island und konnte erneut mit den Kollegen nach Silfra. Es hatte sich so einiges getan…

Ich werde für diesen Artikel in keinster Art und Weise entlohnt. Ich sehe ihn als Dankeschön für die harte Arbeit des Teams und es ist wichtig ab und zu mal Danke zu sagen!

Der Tourismus in Silfra / Island…

Das ist ein großes und schwieriges Thema. Ohne da jetzt zu viel in’s Detail zu gehen sehe ich, wie viele Andere und auch viele der Kollegen dort, die Entwicklung mit einem weinenden und einem lachenden Auge. 2016 hat Island über 1.5Mio Besucher gesehen. Silfra sah m.W. nach über 50.000 Taucher und Schnorchler und die Tendenzen zeigen stark nach oben.

Für die Einheimischen bringt das endlich wieder Wohlstand und darüber freut man sich natürlich. Es bringt natürlich auch Probleme, davon kann man fast täglich bei Grapevine lesen. „Stupid tourists destroy…“ und „Stupid tourists almost die doing…“ gehören fast wöchentlich zu den Schlagzeilen. Auch in Silfra gab es 2016 leider einen Unfall.

A lesson in leadership…

Eine der schwierigsten Sachen in der Divemaster Ausbildung war für mich die Rollenumkehrung: Im (beruflichen) Alltag bin ich, wie man wohl sagt, leitender Angestellter. Meine Aufgabe ist es Teams von Softwareentwicklern aufzubauen, Prozesse zu etablieren und das Team so lange anzuleiten bis es auch ohne meine Leitung auskommt. Im Tauchladen war ich das kleinste Zahnrad, der Typ der den Kram schleppt und die Sachen macht, die sonst keiner machen mag. Das kratzte kurzfristig ein bisschen am Ego, zugegebenermaßen.

Mir sind zwei Gespräche mit Tobi im Gedächtnis geblieben. Das eine war nach ein paar Tagen, als ich eigentlich in den Flieger steigen und nach Hause fliegen wollte. Er meinte:“Verstehe ich. Ich würde dir trotzdem vorschlagen noch ein paar Tage zu gucken wie es sich entwickelt. Vielleicht bleibst du dann doch.“

Das zweite war kürzer, aber hatte eine ziemlich starke Botschaft: Bevor ich abreiste, trafen wir uns zum Frühstück um die drei Monate zu besprechen und Tobi sagte mir wie wichtig es ihm ist, kontinuierlich zu verbessern. Sei es in noch so kleinen Schritten und schlage es auch noch so oft fehl. Es geht darum immer ein kleines bisschen besser zu werden.

Wer mal in einem Tauchshop hinter die Kulissen geschaut hat wird wissen, dass es relativ routinierte Arbeiten sind und das man da nur schwer optimieren kann. Aber es geht nicht darum bahnbrechende Änderungen zu jagen. Es geht darum dem Kunden ein gutes Erlebnis zu liefern, immer ein bisschen besser wo möglich.

Wir experimentierten mit allem möglichen und gerade wir Guides haben einige mal gestöhnt als neue Ideen rein kamen.

Eineinhalb Jahre Verbesserung: Wow!

Am 23. Dezember fahre ich also mit den Kollegen nach Silfra. Ich komme um 8.30 in’s neue office und bin ziemlich begeistert: Es gibt neue Tarierjackets, neue Atemregler. Die Anordnung der Regale im Shop ist anders, es gibt neue Trockenstationen. Der gesamte Ablauf scheint mir schneller und effizienter zu sein, denn als ich da bin sind alle Kisten bereits gepackt und ich muss nur noch meinen eigenen Kram in’s Auto laden.

Der Weg nach Silfra ist wohlbekannt. Die Umgebung nicht mehr: Der Parkplatz ist heute asphaltiert, es gibt fest installierte Toiletten und eine junge Damen vom Nationalpark überwacht das muntere Treiben. Eine neue, größere Eingangsplattform macht den Einstieg in’s kalte Nass einfacher und sicherer. Das alles hat natürlich der Staat / Nationalpark aufgebaut, ich bin mir aber ziemlich sicher das DiveIS hier eine entscheidende, beratende Rolle gespielt haben muss. Denn alle Änderungen kamen mir theoretisch bekannt vor: Wir hatten sie regelmäßig im Team besprochen.

Ein Taucher war genervt, weil er ganze 400m weit weg parken und von dort zu Fuß zum Tauchplatz gehen sollte: Unser Guide schlug vor ihn mit dem Auto abzuholen. Kein Witz! Keine Sekunde zögern! The customer comes first, period!

Nachdem wir fertig für unseren Tauchgang waren, kamen auch die anderen Autos an: Die meisten brandneu, in bestem Zustand und komfortabel. Der große Wow-Effekt kam dann durch die fahrende Umkleide: Einer der Transporter wurde zu einer großen, fahrbaren Umkleidekabine umgebaut in der die Taucheranzüge an eigens dafür gebauten Regalen hängen. Sobald diese aus dem Laderaum herausgefahren sind, lassen sich an den Seiten Sitzbänke herunterklappen und eine Heizung gibt es ebenfalls. Wer sich schonmal nach einem Tauchgang bei Minustemperaturen im Wind umziehen musste wird gerade eine grobe Ahnung davon bekommen, wie viel Grinsen dieses Gefährt einem auf’s Gesicht zaubern kann!

Dive.IS changing room

Dive.IS changing room

Der Tauchgang läuft mit einem Guide und drei Kunden ab. Der Nationalpark erlaubt einen Guide mit vier Kunden, doch DiveIS hat sich nach dem Unfall zu Jahresbeginn entschlossen intern auf diese Zahlen zu reglementieren. Obwohl der Verunfallte mit einem anderen Unternehmen unterwegs war.

Kleine Änderungen – Große Wirkung!

Klitzeklein, waren die meisten. Seltsame Ideen, oft. Aber was sich daraus in 1.5 Jahren entwickelt hat ist enorm: Kundenservice allererster Güteklasse. Tourismus, wie man ihn sehen will. Man muss sich vorstellen, dass hier Leute in eiskaltem Wasser tauchen gehen, danach in Minusgraden im Wind stehen, mit nassen Haaren und Händen. Trotzdem sind sie alle begeistert. Bei Tripadvisor gibt es fast keine negativen Bewertungen und wenn doch widmet sich Tobi der Sache jedes Mal persönlich, steht dabei vor seinem Team und hat dennoch immer das Wohl des Kunden im Auge.

Danke. Weiter so!

Also, liebes DiveIS Team: Vielen Dank für dieses und viele weiter unvergessliche Erlebnisse beim Tauchen in Island!

Ich bin nachhaltig beeindruckt vom Commitment das ihr an den Tag legt, von den Leuten im Office über die Guides bis hin zu denen die hinter den Kulissen am Erfolg arbeiten.

Bitte macht weiter so, sucht weiter nach Wegen den Service zu verbessernd und setzt weiterhin neue Maßstäbe im isländischen Tourismus!

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