Faszination Island, das sind atemberaubende Landschaften, träumerische Straßen, märchenhafte Wasserfälle und so vieles mehr.  Was diese Faszination für mich ausmacht, möchte ich mal versuchen in diesen 7 Erlebnissen aufzuschreiben.

Los geht’s…

Baden – Im Schnee unter Sternen

Es gibt dutzende, vielleicht hunderte heiße Quellen in Island und Eine ist schöner als die Andere. Die wohl bekannteste ist die Blaue Lagune, welche direkt in der nähe des Internationalen Flughafens in Keflavik liegt und jährlich hunderttausende Besucher anlockt. Etwas weniger bekannt sind die natürlichen Pendants zu ihr, wie die Secret Lagoon und die Naturbäder von Myvatn.

Für mich machte die Faszination Island dann aber eine andere Form des Badens aus: Im Tal des Rauches, wie Reykjadalur frei übersetzt werden kann, siehst du die ganze Schönheit der geothermalen Eigenschaften Islands. Die Wanderung führt einen etwas über eine Stunde in die Berge, vorbei an Schluchten, heißen Schlammtöpfen und einem kleinen Flusslauf. Wer ganz oben ankommt, kann sich den kleinen Wasserfall anschauen, aus welchem er entsteht. Weiter unten im Flusslauf, versorgen heiße Quellen das eiskalte fließende Gewässer mit kochend heißem Wasser. Hier und da wurden kleine Staudämme gebaut die gerade genug Wasser sammeln um darin baden zu können. Durch den ständigen Fluss mischt sich das Wasser mal gut durch und mal bekommt man einen kurzen Hitze- oder Kälteschock.

Wir waren im April am heißen Fluss in Reykjadalur, um uns herum lag Schnee und auf dem Heimweg konnten wir die Sterne am Himmel sehen. Wenn ich nochmal hier bin, dann hoffentlich mit Campervan oder Zelt, sodass ich den Abend im Wasser verbringen und die Sterne bestaunen kann!

Wandern auf Gletschereis

Ewiges Eis, so wird Gletschereis häufig genannt. Tatsächlich sind Gletscher oft viele hundert Jahre alt und durch die globale Erwärmung sind fast alle auf dem Rückzug. Wie lange wir noch Gletscher in der Größenordnung eines Vatnajökull (Wassergletscher) haben werden ist ungewiss.  Wer kann, sollte sich also die Gelegenheit nicht nehmen lassen auf diesem Eis zu gehen und es sich aus nächste Nähe anzusehen.

Faszination Island ist auch zu erfahren, was es bedeutet wenn sich unsere Umwelt so rasant verändert: Jedes Jahr gehen etwa 100m Gletscher verloren. Die Gletscherlagune ist in den letzten 40 Jahren von 8 auf über 18 Quadratkilometer angewachsen und über 240m tief.

Faszination Island Gletscher Eis

Nachtwandern bei Tageslicht

Island liegt hoch im Norden, deshalb ist es dort kalt und weil es auch noch direkt im Atlantik liegt regnet es oft. Aber die Lage hat noch eine weitere, einmalige Eigenschaft zur Folge: Im Sommer scheint die Sonne hier über 20 Stunden am Tag. Auch um Mitternacht.

Faszination Island ist also auch die Mitternachtssonne. Das Licht und die Farbkulisse bei einem Spaziergang bei Mitternachtssonne ist ein tolles Erlebnis. Egal ob du an der Küste von Reykjavik herumschlenderst oder durch das Hochland wanderst. Weniger selten als die Nordlichter, aber nicht unbedingt weniger beeindruckend.

Im Gegenzug hat es im Winter oft nur wenige Stunden Sonnenlicht, sodass der Tag erst spät startet und genauso schnell wieder vorbei ist. Das eignet sich hervorragend zum Einigeln zu Hause!

Abtauchen in Lava

Island besteht zu großen Teilen aus Lavagestein. Insbesondere über dem Riss der Kontinentalplatten und an den Rändern des Landes, wird dies immer wieder sichtbar. Im Landesinneren hat Moos das Gestein fest im Griff. Manchmal entstehen in Lavaströmen Luftblasen und hier und da erkaltet das Gestein bevor die Luft entweichen kann. Unter anderem auf diese Art entstehen Hohlräume und ganz selten auch schonmal ganze Höhlensysteme.

Einige davon kann man, idealerweise mit einem erfahrenen Guide, begehen und erforschen. Diese Höhlen findest du überall im Land und alle großen Tourenveranstalter bieten Besichtigungen an. Faszination Island endet also nicht einmal an der Erdoberfläche sondern geht weitaus tiefer, in die Eishöhlen in Island.

Aurora Borealis: Die Nordlichter

Die Nordlichter in Island sind einmalig. Sie gehören vermutlich zu den am meisten herbei gewünschten Sehenswürdigkeiten für Islandreisende überhaupt und das nicht ohne Grund. Einmal Nordlichter sehen, das ist für viele Europäer wie der Wunsch einmal Schnee zu sehen für Afrikaner. Für den Isländer ein Phänomen wie für uns ein Regenbogen, weil es wenn man hier aufwächst natürlich weitaus weniger selten zu sehen ist.

Faszination Island Nordlichter

Für uns Besucher jedoch trotzdem eine Seltenheit, denn alle Faktoren müssen stimmen um die Faszination Island durch Nordlichter sichtbar werden zu lassen: Zuerst einmal, müssen die Lichter überhaupt da sein und wenn sie es sind, müssen die Wolken fern bleiben damit der Himmel klar ist. Außerdem sollten Lichtquellen wie Straßenlaternen, Autos und auch Häuser möglichst weit entfernt sein.

Faszination Island Nordlichter

Ist das alles der Fall, ist die Aurora Borealis ein Naturschauspiel, dass einem immer im Gedächtnis bleiben wird.

Zwischen zwei Kontinenten abtauchen

Island liegt genau auf der Abbruchkante zweier Kontinentalplatten: Unter deinen Füßen trennen sich Nordamerika und Eurasien, wenn du hier bist. Die Platten driften fortwärts, einige Zentimeter im Jahr. Manchmal macht sich dies bemerkbar, durch Erdbeben und auch durch kleinere oder größere Ausbrüche von Vulkanen. Im Þingvellir Nationalpark kann man den Riss zwischen den Kontinenten genau sehen und man kann zwischen den Kontinenten wandeln.

Silfra

Silfra

Die Faszination Island macht für mich aus, dass man auch zwischen ihnen Schwimmen bzw. tauchen kann. Vom kilometerweit entfernten Langjökull Gletscher fließt das Wasser Jahrelang durch das Lavafeld zu seinen Füßen und erscheint in Silfra zum ersten mal wieder an der Oberfläche. Das Wasser ist hier so klar wie nirgends sonst auf der Welt und für Taucher ist dieser Ort ein absolute must have im Logbuch. Tauchen in Island gehört für mich zu meinen absolut liebsten Beschäftigungen wenn ich vor Ort bin, probier’s auch mal aus!

Auf den Spuren von Jon Snow wandeln

Die andere Seite der Mauer? Das ist Island. Hier wurden große Teile der Serie Game of Thrones verfilm und nicht nur das Land erscheint in der Serie. Hafþór Júlíus Björnsson, Islands stärkster Mann spielt in der Serie den Charakter des ‚Mountain‘.

Neben Game of Thrones gibt es aber noch viele, viele weitere Filme die Island als Kulisse wählten: 2013 filmte man hier für ‚Star Trek: Into Darkness‘, genauso wie für ‚Das erstaunliche Leben des Walter Mitty‘. Im selben Jahr wurden hier auch ‚Thor‘ und ‚Prometheus‘ gefilmt. Vor allem die Gletscherlagune von Jökulsárlón (Tour) ist ein beliebter Schauplatz für Filmemacher und wenn du genau hinschaust, erkennst du sie vielleicht im einen oder andern Hollywood-Film wieder.

Fazit: Faszination Island

Wenn ich in einer Aussage zusammenfassen müsste, was die Faszination Island für mich ausmacht, dann wäre das wahrscheinlich: Island ist so natürlich vielfältig.

Auf engstem Raum bekommst du so viel geboten und davon ist so vieles echt und so wenig künstlich. Das macht Island zu einem der letzten Fleckchen Erde, von denen man dies behaupten kann.

Ich hoffe es bleibt noch ganz lange so!

 

Viel Spaß in Island!

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